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Reinigung von Eisen

Ötzi

Moderator
Teammitglied
Hallo Leute mit was konsterviert ihr Eisen. Sherlock hat mir ja mal einen Schlüssel und Messer gemacht.
Messer und Schlüssel sind komplett schwarz wie hat er das gemacht.Fragen kann ich ja Gelöschtes Mitglied 15 nicht mehr.
Ist ja im anderen Forum.Bitte um Tipps Danke.
 
in ve-wasser rein für ein paar wochen, dann mit dremel drüber, dann wieder einlegen, dann wieder mit dremel drüber..... usw. und zum schluss ein paraffinbad
 

Ötzi

Moderator
Teammitglied
Ja aber warum ist das Eisen so schwarz?? Hab gehört einige verwenden Azeton und Kohlenstaub kann das sein?
 

ROCKY-1971

Legende
Das schwarze was du meinst ist die Magnetitpatina vom Eisen
Die kommt zum Vorschein wenn der ganze Dreck - Rost weg ist
Es ist die Schutzschicht vom Eisen
Aber mit der Patina ist nicht zu Spaßen
Die Läst sich leicht entfernen mit einer Zahnbürste
Also ich mache da so immer
Wenn mein Eisen entrostet ist und ich die Eisen Patina beschädigt habe kommt öfters vor
Wird das Eisenteil erst mal richtig Getrocknet im Offen oder Gasgrill je nach dem
Wenn alles Trocken ist wird es Mit Fertan Rostumwandler eingepinselt 1-2 mal je nach dem
Das ergibt eine schöne gleichmäßige Schwarze Schutzschicht zusätzlich
Nach der Trocknung nach 5-6 Tagen kommt alles in ein Mikrokristallines Wachs Bad
Wenn keine Bläschen mehr aufsteigen beim Auskochen sind die Teil Fertig

Fertan 22601 Rostkonverter, 1 L: Amazon.de: Auto



 

bx812

Foren Inventar
Genau so! Wichtig ist aber den ganzen Rost runter zu bekommen. Notfalls Einsatz von Saeure. ZB Oxalsaeure (Zitronensaeure) oder auch Haushaltessig (beim Essig stuendlich pruefen sonst zerfrisst der das Metall. Oxalsaeure ist milder)
 

Hamsterson

Legende
Hallo Leute mit was konsterviert ihr Eisen. Sherlock hat mir ja mal einen Schlüssel und Messer gemacht.
Messer und Schlüssel sind komplett schwarz wie hat er das gemacht.Fragen kann ich ja Gelöschtes Mitglied 15 nicht mehr.
Ist ja im anderen Forum.Bitte um Tipps Danke.
Wenn die Oberfläche richtig pechschwarz ist, dann könnte er Tannin angewendet zu haben.
 

optifekt

Bekanntes Mitglied
Es ist meiner Meinung nach auch immer etwas abhäng vom Fundstück.

Wenn es ein sensibles Teil ist würde ich in jedem Fall mit einem mehrtägigem Bad in entsalztem Wasser beginnen ( Osmosewasser ).
Dann ist das Fundstück zumindest mal grob entsalzt.

Anschließend würde ich das Teil einer ordentlichen und langsamen Elektrolyse unterziehen.

Am besten eignet sich eine durchsichtige Plastikwanne auf deren Grund ein Edelstahlblech liegt. Am besten montiert ihr eine Edelstahl Gewindestande an dem Blech, lange genug, dass sie aus dem Gefäs ragt.
Dort könnt ihr dann bequem den Pluspol anschließen.

Das zu entrostenden Teil hänge ich dann immer mir klammern oder Draht in das Elektrolyt, wichtig ist ein guter Kontakt zum Minuspol!

Als Elektrolyt verwende ich 20g Na2CO3 pro Liter Wasser, als Stromquelle ein Labornetzteil 0-30V bei 6A.

VORSICHT! nur im Freien oder gut belüfteten Räumen durchführen! Es entsteht Wasserstoff!

Je langsamer die Elektrolyse durchgeführt wird, um so besser das Ergebnis, evtl. das Bad zwischendurch wechseln.

Ist der Vorgang abgeschlossen bleibt nur das restlche Metall übrig.

Anschließend kann man noch sicherheitshalber das Ergebnis mit Rostumwandler prüfen ( Fertan wurde bereits genannt ).

Diese Methode hat Vor- und Nachteile:

Vorteil:
Das Fundstück ( das was noch wirklich Metall ist ) bleibt nachhaltig erhalten, die meisten Archis würden es wohl so machen und Fehlstellen künstlich wiederherstellen, z.B. mit Paraloid B72 und Eisenpulver.

Nachteile:
Es ist vorab nicht immer abzusehen ob noch genug Eisen erhalten ist und der Fund kann sich in Wohlgefallen auflösen!
Selbst wenn noch einiges an Metall da ist, ist nicht jeder in der Lage den Fund wieder zu rekonstruieren.

Beim hantieren mit Rostumwandlern stirbt der restliche Fund halt langsam aber sicher, denn damit werden halt nur die erreichten Oberflächenschichten zu Eisenphosphat umgewandelt, die darunterliegenden Regionen rosten langsam weiter. Diese schwarze Schicht hat übrigens nichts mit der bereits genannten und ebenfalls schwarzen Magnetitpatina zu tun!

Zur Konservierung kann man wie oben bereits beschrieben, das Fundstück in mikrokristallinem Wachse kochen ( dieser Vorgang ist unumkehrbar ) oder z.B. in gelöstem Paraloid B72 tauchen ( lässt sich wieder mit Ethylacetat abwaschen )

Die allgemeingültige Universallösung wirds leider auch hier nicht geben :)
 

Hexe

Mitglied
Konservieren tue ich mit Leinöl oder Halböl (Leinöl/Terpentin 1:1). Leinöl mit Wachs ist auch sehr gut, damit stoppt man sogar Rost am Auto.
 

Hexe

Mitglied
Bienenwachs...Das wachs und das Leinöl etwa 1:1 in einem Töpfchen erwärmen und verrühren. Aufgetragen wird das im warmen Zustand und durchdringt dann auch den Rost.
In meinem Haus, Baujaht 1890 hab ich alle Fenster und Türbeschläge mit Leinöl gestrichen und dann mit dem Gasbrenner schwarz gerannt. Das sieht gut aus und rostet auch nicht.
 

Hexe

Mitglied
Kleiner Nachtrag. Das mit dem Wachs und Leinöl habe ich vor ein paar Jahren bei diesem Video gelernt, mein Auto mit 22 Jahren rostet auch nicht mehr.
 

bx812

Foren Inventar
Aus Hessen Archaeologie 2018
Konservierung eiserner Bodenfunde am archaeologischen Museum Frankfurt

Kurze Kurzfassung ;-)
Salze, meist Chloride sind waehrend der Bodenlagerung in das Metall eingedrungen und bilden den Ausgangspunkt des Korrosionszyklus. Dieser muss unterbrochen werden. Durch herausloesen der Chloride gelingt dies meist zuverlaessig.
Die Objekte werden ueber mehrere Monate in beheizten Edelstahlwannen (in Bild hier im Buch haben sie Plastikwannen) mit dem sogenannten Natrium Sulfit Verfahren behandelt. Wichtig ist das keine anderen Metalle wie Zinn, Blei und alle Buntmetalle an dem Objekt anhaften, da die Natronlauge mit diesen Metallen eine chemische Reaktion eingeht.
Die Eisenobjekte werden in Polyethylen Beutel gepackt, in die Beutel werden Loecher gestochen damit die Fluessigkeit an das Objekt kommt. dann in die Wanne gelegt und die Fluessigkeit zugegeben.

Bin kein Chemiker aber eventuell kann ja jemand was dazu sagen - die Besten Ergebnisse erhaelt man mit dem Einsatz einer 0,5 moligen NaOH Lauge. (0,5 g Natrium auf 1 Liter?)

Im ersten Bad liegen die Objekte mindestens 4 Wochen. Dann Fluessigkeitswechsel und 8 Wochen, danach Fluessigkeitswechsel und mind. 12 Wochen. Danach sollten sich alle schaedlichen Salze geloest haben.
Die anschliessende Trockung geschieht in einem Trockenschrank bei 50 - 60 Grad.
Danach werden anhaftende Stoffe wie zB Sand mit dem Sandstrahlgeraet mit breiter Duese entfernt. (ohne die originale Oberflaeche freizulegen) Die gereinigten Objekte werden mit Paraloid B72 ueberzogen. Abplatzungen werden mit Paraloid B72 wieder angeklebt. Danach wird mittles Feinstrahlgeraet die originale Oberflaeche frei gelegt.

Sandstrahlen und Feinstrahlgeraet wird den meisten nicht zugaenglich sein, aber ich meine es kommt ganz gut rueber wie die Konservierungsschritte von Eisenfunden sind. Gerade auch die Sache mit dem Beheizen war neu fuer mich. Vielleicht der Grund warum meine Objekte mehr als ein Jahr nachdem sie im dest. Wasser lagen noch ausgeduenstet haben. Werde nun auch vermehrt auf Natronlauge setzen
 

Hexe

Mitglied
Es gibt da noch eine Radikalkur zum entrosten. 200ml 36% HCL + 250ml H2O + 3ml Koranthin BH flüssig
Koranthin gibt es auch fest, dann nur die Hälfte nehmen. das Fundstück entfetten und in das vorgewärmte 40-50 grad Säurebad geben. Verweildauer 15min-4 Stunden. Zwischendurch das Werkstück aus dem Bad nehmen und mit heißem Wasser abspülen.
Zum neutalisieren in 3% warmer Soda. Danach gut trocknen und konservieren. Koranthin ist ein Korrosionsinhibator.

Ich habe hier noch ein Rezept zum Brünieren, das hatte ich mal vor längerer Zeit im Netz gefunden. Das ist das typische Suhler Rezept.

Streichbrünierung
zB Erfurter Blau.



****Rezept
52,5 g Eisenvitriol
28,1 g Eisen(III)chlorid
5 g salpetersaures kupfer ( in 35 g Wasser gelöst )
327,5 g destilliertes Wasser
das ganze komp. auflösen lassen fertig.

Verarbeitung :
Die Oberfläche muß fettfrei und metallisch blank sein ( je besser die Oberfläche je besser das Ergebnis )
Entfetten = z.B 15 Minuten abkochen in heißem Wasser.
Dann die Teile trocknen und die Brünierung mit einem weichen Lappen dünn auftragen.
Achtung beim gesamten Vorgang Gummihandschuhe tragen!!!!!!!!!!
Die Teile reagieren sofort und bekommen eine braun/schwarze Farbe.
24 Stunden rosten lassen am besten man hat eine hohe Luftfeuchtigkeit.( ich lege sie immer in einen Karton ,unten rein
ein nasses Handtuch dann eine Folie dann die Teile Deckel drauf und nahe bei die Heizung.)
Nach 24 Stunden die Teile in kochendem Wasser abkochen 30 Minuten.
Dann mit einer feinen Stahlbürste 07 den ausgeblüthen Rost abkratzen. ( Am besten dafür ist eine Drehbank oder ein anderer
schnelllaufender Motor.
Der ganze Vorgang wird 3-4 mal wiederholt bis die gewünschte schwärze erreicht ist.
Wenn das letzte Mal mit der Stahlbürste gekratzt wurde dann mit einer weichen Pollierscheibe ( aus Baumwolle oder so)
in die Drehbank spannen und pollieren bis die Brünierung glänst. Dannach mit einem guten Öl einreiben .......fertig.

Achtung: beim gesamten Vorgang sind Handschuhe zu tragendamit keine Fettabdrüche auf die Teile gelangen erst
nachdem die Teile mit Öl bestrichen wurden wieder ohne Handschuhe berühren.

Eisenvitriol = Eisen(II)sulfat
salpetersaures Kupfer = Kupfer(II)nitrat

Große Teile können übrigens auch mit Wasserdampf aus dem Teekessel bedampft werden. Man muß das solange machen, bis der rötliche
Rost sich überall in die schwarze Modifikation umgewandelt hat.

 
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