• Lieber Gast du musst dich registrieren um alle Inhalte (Fotos, Texte uvm.) sehen zu können. Sobald du registriert bist und dich Vorgestellt hast, kannst du alle Beiträge sehen und dich aktiv daran beteiligen. Viel Spaß im Forum.

Fragen um Kaempfe an Burgen

bx812

Moderator
Teammitglied
Beiträge
6.021
Moechte noch einmal Eure Meinung hoeren. Bei Kaempfen rund um Burgen gab es auf beiden Seite sicher Verluste zu beklaren. Waehrend die Angreifer ihre Toten vermutlich zur Heimatregion abtransportieren, wenn es nicht allzu weit war, wie sieht das mit der Burgmannschaft aus? Wenn eine Burg verloren wurde was wurde wohl mit den Toten der Verlierer gemacht?
Ein Loch gegraben und alle rein geworfen oder bestattete man diese ordentlich?
Wenn ja dann vermutlich irgendwo in der Naehe der Burg.. oder aber auf dem Friedhof des naechsten Ortes?
Die Frage stellt sich mir gerade an der Burg an der ich unterwegs bin, nicht das man beim Graben ploetzlich mal auf Knochen stoesst..
 
J

jpsblackgreen

Gast
Sammelte man nicht die Toten früher und verwertete sie? Es wurde doch sehr viel Knochenmehl gemahlen usw....
 

quenstedto

Fossil Experte
Beiträge
1.738
Also im Belagerungsfall wurde wahrscheinlich ein Grab ausgehoben ,wenn mehrere Starben auch mal mehrere zusammen wenn der Platz auf der Burg dafür da war oder meist gibt es eine Gruft.
Ansonsten nach einer Belagerung wohl auch auf Friedhöfe im Umfeld der Burg.

Hätte ja auch was mit Hygiene zu tun das die Leichname schnell unter die Erde kamen!
Von wegen Seuchen usw.
 

IndyJones

Legende
Beiträge
647
Ist nicht von mir. Nur zur Info:

Castle Combat in the Mediveal Age:

Im Mittelalter war es nicht einfach, eine Burg zu erobern. Viele Burgen waren sehr gut befestigt und so gebaut, dass der Feind sie nicht ohne weiteres einnehmen konnte. Daher wurden verschiedene Taktiken angewendet, um eine Burg zu erobern.
Die Angreifer versuchten zunächst, die Burgbewohner vollständig von der Außenwelt abzuschneiden, indem sie die Burg mit einer Armee belagerten.
Dazu war nur eine große Armee mit ausreichender Verpflegung imstande, die sich auch entsprechend verschanzen konnte, um vor den Gegenangriffen der Burgbewohner Schutz zu finden.
Denn die Menschen und Krieger auf der Burg ließen sich eine solche Belagerung natürlich nicht tatenlos gefallen.
Manchmal gelang es den Angreifern tatsächlich, die Burgherren regelrecht „auszuhungern“ und damit zur Aufgabe ihres Besitzes zu zwingen.
Viele Ritter und Krieger aber hatten nicht die nötige Geduld für eine derart lange Belagerung, die ja - je nach der Vorratshaltung auf der Burg - Wochen oder sogar Monate dauern konnte.
Große Armeen versuchten es daher auch vor einem Angriff der Burg zunächst mit der Einschüchterungstaktik.
Sie umlagerten das Burggelände weithin sichtbar mit ihren Angriffswaffen, um den Feinden Furcht einzujagen und ihnen den Eindruck zu vermitteln, dass sie einem solchen Angriff nicht gewachsen sind.
Sodann folgte die Aufforderung an den Burgherrn, die Burg kampflos zu übergeben, um Menschenleben zu schonen.
Für den Fall der Kapitulation wurde zugesagt, alle Bewohner der Burg zu verschonen. Ansonsten aber wurde die völlige Vernichtung der Burganlagen und ein gnadenloser Kampf angedroht.
Für die tapferen Ritter, denen die Ehre und das Ansehen sehr wichtig waren, kam eine kampflose Übergabe der Burg aber nur selten in Frage.
Meistens wurde daher lange und unerbittlich gekämpft. Die Angreifer versuchten mit allen Mitteln die Burg zu stürmen, während sich die Burgbewohner im Schutz der Wehrmauern verteidigten.
Die ersten Belagerungsgeräte, mit den man versuchte die hohen Burgmauern zu überwinden, waren Sturmleitern.
Zum Einrammen des Burgtores oder der Mauern wurde der Rammbock eingesetzt . Dabei handelte es sich um dicke Baumstämme, bei denen ein Ende mit einer Metallspitze verstärkt war.
Die Angreifer rammten ihn unter einem Schutzdach so lange gegen das Tor einer Burg, bis es nachgab und ihnen der Weg in die Burg offen stand.
Gleichzeitig versuchten die Angreifer, sich durch das Graben von Stollen einen Zugang zur Burg zu verschaffen.
War der Stollen weit genug vorangetrieben, wurden die Stützstollen in dem unterirdischen Tunnel angezündet. Dadurch versuchte man zu erreichen, dass die Burgmauern darüber ihr Fundament verloren und einstürzten.
Später kamen als Angriffswaffen mechanische Geschütze hinzu. Mit Katapulten und Schleudern verschiedener Art wurden schwere Geschosse auf die Burg und deren Verteidiger geschleudert. Steine und Unrat - aber auch brennendes Pech - wurden in das Innere der Burg geschleudert.
Die Blide – auch unter dem Namen Trebuchet oder Tribock bekannt – war ein Katapult, das die schlimmsten Verwüstungen anrichten konnte. Sie war die größte Wurfwaffe im Mittelalter und mit ihr landeten die Geschosse sehr treffsicher auf den Mauern und Dächern einer Burg.
Eine Blide bestand zum größten Teil aus Holz und verfügte über eine Schlinge an einem langen Hebelarm, die mit den Geschossen beladen wurde. Ein fest angebrachtes Gegengewicht (Gewichtskasten) wurde mit Steinen, Erde oder Blei gefüllt.
Die Blide funktionierte nach dem Prinzip des Hebelwurfs und konnte Geschosse von bis zu 270 kg abwerfen. Teilweise wurden mit der Blide auch die Kadaver toter Tiere und Fäkalien auf die Burgen geschleudert - mit der Absicht, Krankheiten auf die Burg zu übertragen oder die Lebensmittel zu verunreinigen.
Eine weitere wichtige Angriffswaffe war der hölzerne Belagerungsturm. Er konnte an die Ringmauer herangefahren werden und hatte oben eine Zugbrücke, die zum Wehrgang heruntergelassen wurde.
Vor dem Einsatz eines solchen Belagerungsturms, mussten allerdings zunächst die Wassergräben und eventuell vorhandene Fallgruben überwunden werden.
Mit der Riesenambrust (Balliste), eine Wurfmaschine, die schon bei den alten Römern bekannt war, konnten Holzpfeile mit einer Eisenspitze abgeschossen werden . Bei dieser Waffe wurde ein Strang aus gedrehten Seilen dazu benutzt, den Wurfarm gegen einen Holzbalken hochschnellen zu lassen und dadurch das Geschoss wegzukatapultieren. Die Wucht der so abgeschossenen Pfeile war sehr heftig.
Nachdem das Schießpulver erfunden war, kamen bei einem Angriff auf eine Burg auch die ersten Kanonen zum Einsatz. Mit ihnen wurden schwere Eisenkugeln oder Steinkugeln abgefeuert.
Zunächst wurde das Schießpulver, das zur Sicherheit immer in einem Pulverhorn aufbewahrt wurde, in die Kanonenmündung gefüllt. Nachdem man die Kugel darauf gelegt hatte, wurde das Schießpulver angezündet. Durch die nachfolgende Explosion wurde die Kanonenkugel auf die Burg abgefeuert.
Nicht alle dieser ersten Kanonen waren besonders treffsicher, aber wenn die Kanonenkugel ihr Ziel erreichte, richtete sie schwere Zerstörungen auf einer Burganlage an.

Eine Belagerung dauerte kaum länger als ein Jahr. Oft wurde vor einem entscheidenden Angriff verhandelt. Wenn der Burgherr merkte, dass die Situation aussichtslos war, kam es häufig zu Übergabeverhandlungen. Wenn die Belagerer feststellen mussten, dass die Verteidiger bis zum Winter durchhalten konnten, zogen aber auch sie sich aus Angst vor Frost und Schnee wieder zurück.
 

Holti

Foren Inventar
Beiträge
3.272
Hier gefunden:
Auszug:
Den Siegern einer Schlacht, die ohne Verletzungen davongekommen waren, winkten Bankette, Siegesfeiern, fürstliche Mahlzeiten etc. Die verwundeten Sieger dagegen erhielten kaum Pflege. Nach dem Gemetzel wurden die eigenen Toten bestattet und die gefallenen, ehemaligen Feinde, nachdem Leichenfledderer ihnen die Rüstung, Ringe, Schwerter und Kettenhemde abgenommen hatten, verbrannt.
 
J

jpsblackgreen

Gast
Ich habe mal den Tagebucheintarg eines französischen Dorfpfarrers gelesen, der neschrieben hat, was nach der Schlacht von Sedan 1870 auf dem Schlachtfeld geschah (ich weiß, das ist nicht mehr das Mittelalter, aber es gibt doch einen Eindruck):

Da es ein heißer Sommer war, war der Ausbruch von Seuchen zu befürchten, wenn man die Toten einfach liegen ließ. Die Bauern der umliegenden Dörfer sind teils freiwillig, teils unter deutschen Zwang zusammengekommen und haben Massengräber ausgehoben. Nebenbei wurden "verwertbare Gegenstände" (wie Kleidung, Stiefel, Waffen, Ausrüstung) einbehalten. Als Entschädigung gewissermaßen.

Besondere Mühe machten die zahlreichen toten Pferde. So ein Gaul ist nicht nur groß sondern auch schwer. Man hat sie mit Ochsenfuhrwerken oder Menschenkraft zu Sammelstellen geschleift, um sie zu verbrennen. Aber hunderte Pferdeleiber brennen nun mal nicht so einfach. Deshalb hat man versucht, auch diese zu begraben. Zwei Familien haben einen ganzen Tag gebraucht, um nur 1 (!) Pferdegrab auszuheben. Drum hat man sie doch liegenlassen, an einem weit entfernten Platz natürlich...

Ich kann mir vorstellen, das es im Mittelalter ähnlich war. Wenn die überlebenden Bewaffneten beider Seiten weg waren, kamen die umliegenden Bauern und haben erstmal die Leichen gefleddert (sofern die Soldaten nicht schon ganze Arbeit geleistet hatten). Da man den Zusammenhang von Tod und Seuchen kannte, sah man die Notwendigkeit ein, die Leichen zu bestatten. (Christliche Motive haben da bestimmt auch mitgespielt.) Außerdem wollte man nicht unbedingt Raubgetier in die Gegend locken.

Das Bestatten ging sicher rasch und nicht sehr feierlich über die Bühne. Hauptsache weg! Und dann hoffen, dass der Krieg nicht zurückkehrte...

Gesehen, für gut befunden und kopiert!
[automerge]1538740126[/automerge]
Habs gefunden! Seite 509. Man muss viel suchen aber man findet immer wieder das nach Schlachten die Toten gesammelt wurden und zu Knochenmehl verarbeitet wurden.

 

bx812

Moderator
Teammitglied
Beiträge
6.021
Interessant Dein Beitrag oben. Naja Christen, Musleme, Chinesische Bhuddisten etc letztlich wenn um Macht und Kohle geht sidn alle gleich.

Im Fall der Burg - belagert, man hat tote zu beklagen - eigene Gruft fuer gemeine Soldaten glaub ich nicht, als eventuell im Zwinger verschart? Die Grundflaeche der Burg ist zu klein um da einiges an Leuten zu vergraben. Letztlich haben sie 3x die Burg verloren in Abstaenden von 10 - 30 Jahren und 2 x haben sie es geschafft nicht eingenommen zu werden. Muss aber jedes mal auch mit einer erheblichen Zahl an Toten zugegangen sein wenn man bedenkt was da an Kugeln und Bolzen so rumliegt. Interessant fand ich auch die Identifizierung der schmalen Bolzen als Brandpfeile, das heisst dort wo die lagen (Vorburg) standen vermutlich hoelzerne oder Fachwerkbauten die abgefackelt werden sollten.
Aber auch der Platz an der Vorburg ist relativ klein um dort eine groessere Anzahl von Leuten zu verscharren, eventuell haben sie ihre Kollegen dann doch verbrannt.

Moechte das gern klaeren da wir naechste Woche mit Ersten Grabungen beginnen und ich ungern auf Knochen stossen moechte - dabei haben werden sie ja eh nichts mehr ;-)
 

GnarfuS

Legende
Beiträge
794
Wenn wir mal aufs Mittelalter schauen, das sind ca 500 Jahre, da wirst keine Knochen mehr finden von damals.
 

bx812

Moderator
Teammitglied
Beiträge
6.021
In dem Fall 600 Jahre. Ich werds ja sehen. Denk an die Bronzehand, 3500 Jahr und ein Knochen war dabei. Skelette von Kelten wurden auch schon gefunden, haengt also immer vom Boden ab.
 
Oben Unten