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Endlich ein Römeracker

Lechsonde

Mitglied
Hallo liebe Sondelkollegen,

hier mal wieder zwei Münzen die ich selbst nicht identifizieren kann. Ich gehe schwer davon aus, dass es römische Münzen sind.
Die ersten drei Bilder sind von einer Münze und die letzten zwei von einer anderen.

Die Münzen sind nur grob ganz vorsichtig mit einer Zahnbürste etwas abgebürstet worden und werden noch besser gereinigt.
Wenn Sie einen besseren Reinigungszustand haben, gibt es nochmal neue Bilder :)

Danke bereits im Voraus.
 

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Pelle

Administrator
Teammitglied
Ich kenne mich mit römischen Münzen nicht so gut aus. Aber Bild 1 und 2 sind eindeutig Römisch. Ein paar habe ich schon gesehen.
In jedem Fall eine feine Sache.
Gut gefunden.
 

IndyJones

Legende
Sind alles Römer. Der erste ist ein Sesterz, wahrscheinlich das Kaiserportrait Nero. Bei einem Dupondius hätte man beim Kaiserportrait eine Strahlenkrone, die hier nicht vorhanden ist. Beim Sesterz wäre noch das Gewicht entscheidend. Die zweite ist eine Maiorina wahrscheinlich Constantius II . Vielleicht kann ja nochmal Hamsterson sein Urteil abgeben.
 

Lechsonde

Mitglied
Sind alles Römer. Der erste ist ein Sesterz, wahrscheinlich das Kaiserportrait Nero. Bei einem Dupondius hätte man beim Kaiserportrait eine Strahlenkrone, die hier nicht vorhanden ist. Beim Sesterz wäre noch das Gewicht entscheidend. Die zweite ist eine Maiorina wahrscheinlich Constantius II . Vielleicht kann ja nochmal Hamsterson sein Urteil abgeben.
Vielen Dank. Habe mal bissl geschaut und die kleiner Münze könnte durchaus diese sein:
Follis 330-335 Römisches Kaiserreich Constantinus II. Caesar (317-337)
 

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Hamsterson

Experte
Sind alles Römer. Der erste ist ein Sesterz, wahrscheinlich das Kaiserportrait Nero. Bei einem Dupondius hätte man beim Kaiserportrait eine Strahlenkrone, die hier nicht vorhanden ist. Beim Sesterz wäre noch das Gewicht entscheidend. Die zweite ist eine Maiorina wahrscheinlich Constantius II . Vielleicht kann ja nochmal Hamsterson sein Urteil abgeben.
Ja, bei großer bräuchte man die Gewichtsangabe. Mit so einer Kruste hilft nicht mal der berühmt berüchtigte Röntgenblick, um den Kaiser zu bestimmen. :lol: Die Münze hat Potential für eine gute Erhaltung, weil der Rand, der meist als erster draufgeht, scheint intakt zu sein. Hier müsste man mechanisch unter einem Mikroskop reinigen. Deswegen würde ich sie erst zur Seite legen, bis die Zeiten kommen, wenn man Werkzeuge und ordentlich Erfahrung beim Reinigen von patinierten Flächen gesammelt hat. Wenn es zu stark in den Fingern juckt, dann könnte man im Wasser mit Zahnstochern reinigen. Das könnte allerdings für das Münzmaterial gefährlich sein, deswegen wenn man merkt, dass man auch die Patina wegreinigt, sofort aufhören.

Die zweite Münze ist ein Follis, keine Maiorina. Die Maiorinas sind relativ groß, 3-6g schwer. Und es gibt so viel ich weiß, keine Maiorinas mit GLORIA EXERTICVS (zwei Legionäre mit 1 oder 2 Legionsstandarten dazwischen) Rückseite. Aber das ist eher weniger wichtig, denn die modernen Numismatiker die spätrömische Bronzen meist nur nach Größe unterscheiden.
"In der numismatischen Literatur steht die ähnliche Bezeichnung Ae (Æ) allgemein für spätrömische (Follis-)Kupfer- bzw. Bronzemünzen, deren genaue Bezeichnung teilweise heute unbekannt ist. Die Bezeichnungen Ae 1 bis Ae 4 sind ungefähre Münzgrößenangaben in modernen Münzkatalogen (AE1 = 32–26 mm, AE2 = 25–21 mm, AE3 = 20–17 mm, AE4 = <17 mm). "

Die GLORIA EXERTICVS ist ein sehr verbreitetes Rückseitenmotiv. Das findet man auf den Münzen von Konstantin dem Großen, Konstantin II, Constantius II, Constans und Dematius. Beim vorgelegten Zustand ist die eindeutige Zuordnung unmöglich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lechsonde

Mitglied
so jetzt habe ich den Follis mal ganz vorsichtig gereinigt. Das Ergebnis ist zufriedenstellend.
Der Kopf ist jetzt wesentlich besser zu erkennen.

Da das meine ersten Funde in diese Richtung sind und ich sie nicht zerstören will habe ich fast nix mit nem Zahnstocher gemacht sondern nur Wasser und Zahnbürste mit weichen Borsten und sehr wenig Druck.
 

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Flunderchen

Legende
Herrlich altes Zeugs, unglaublich wie lang das schon in der Erde lag. Wer weiß wer das mal in den Händen hielt, was damit bezahlt wurde. Diese Münzlein stecken voller Geschichte. Absolut genial so etwas zu finden :thumbsup:
 

Lechsonde

Mitglied
Herrlich altes Zeugs, unglaublich wie lang das schon in der Erde lag. Wer weiß wer das mal in den Händen hielt, was damit bezahlt wurde. Diese Münzlein stecken voller Geschichte. Absolut genial so etwas zu finden :thumbsup:
ja solche Gedanken mach eich mir dann auch immer. Oder unter welchen Umständen gelang die Münze in die Erde. Ist die einem Landwirt aus der Tasche (falls es damals schon Hosentaschen gab) gefallen. Wo hat dieser die Münze her etc.
 

Leolassesdoch

Bekanntes Mitglied
Ja, bei großer bräuchte man die Gewichtsangabe. Mit so einer Kruste hilft nicht mal der berühmt berüchtigte Röntgenblick, um den Kaiser zu bestimmen. :lol: Die Münze hat Potential für eine gute Erhaltung, weil der Rand, der meist als erster draufgeht, scheint intakt zu sein. Hier müsste man mechanisch unter einem Mikroskop reinigen. Deswegen würde ich sie erst zur Seite legen, bis die Zeiten kommen, wenn man Werkzeuge und ordentlich Erfahrung beim Reinigen von patinierten Flächen gesammelt hat. Wenn es zu stark in den Fingern juckt, dann könnte man im Wasser mit Zahnstochern reinigen. Das könnte allerdings für das Münzmaterial gefährlich sein, deswegen wenn man merkt, dass man auch die Patina wegreinigt, sofort aufhören.

Die zweite Münze ist ein Follis, keine Maiorina. Die Maiorinas sind relativ groß, 3-6g schwer. Und es gibt so viel ich weiß, keine Maiorinas mit GLORIA EXERTICVS (zwei Legionäre mit 1 oder 2 Legionsstandarten dazwischen) Rückseite. Aber das ist eher weniger wichtig, denn die modernen Numismatiker die spätrömische Bronzen meist nur nach Größe unterscheiden.
"In der numismatischen Literatur steht die ähnliche Bezeichnung Ae (Æ) allgemein für spätrömische (Follis-)Kupfer- bzw. Bronzemünzen, deren genaue Bezeichnung teilweise heute unbekannt ist. Die Bezeichnungen Ae 1 bis Ae 4 sind ungefähre Münzgrößenangaben in modernen Münzkatalogen (AE1 = 32–26 mm, AE2 = 25–21 mm, AE3 = 20–17 mm, AE4 = <17 mm). "

Die GLORIA EXERTICVS ist ein sehr verbreitetes Rückseitenmotiv. Das findet man auf den Münzen von Konstantin dem Großen, Konstantin II, Constantius II, Constans und Dematius. Beim vorgelegten Zustand ist die eindeutige Zuordnung unmöglich.
Hamsterson, Du begeistert mich jedesmal auf ein Neues mit Deinem Fachwissen. Bist Du Numismatiker oder Archäologe oder hast Du Dir alles selbst beigebracht - seit wievielen Jahren gehst Du schon sondeln? Fragen über Fragen
 

Hamsterson

Experte
Hamsterson, Du begeistert mich jedesmal auf ein Neues mit Deinem Fachwissen. Bist Du Numismatiker oder Archäologe oder hast Du Dir alles selbst beigebracht - seit wievielen Jahren gehst Du schon sondeln? Fragen über Fragen
Etwas von einem Numismatiker, etwas von einem Archäologen, etwas von einem Restaurator, etwas von einem Vermessungsingenieur, viel von einem Grabungssklaven. Auch als Sondengänger bekannt. :lol: Bin seit 7 Jahren dabei.
 

Hamsterson

Experte
Dann ist es ein As. Ich habe mir die Münze auf dem Rechner angeschaut. Da scheint die Kupferoberfläche bereits durch. Die Kupfermünzen bilden im Vergleich zu welchen aus Bronze oder Messing nur sehr selten eine stabile und widerstandsfähige Patina. Auch hier nicht. Kannst sie selbst mit einer Messingbürste abbürsten. Eventuell kann man sie dann noch bestimmen. Eine gut erhalten ist sie bestimmt nicht mehr und bei ihr kann man auch nicht viel mehr kaputt machen. Fange mit dem Kaiser Profil an, mit härterem Holz, wie Bambusschaschlickspießen, an. Kannst ordentlich Druck ausüben. Wenn Profil noch halbwegs erhalten ist, dann weiter so, sonst dremeln oder so.
 

Lechsonde

Mitglied
Dann ist es ein As. Ich habe mir die Münze auf dem Rechner angeschaut. Da scheint die Kupferoberfläche bereits durch. Die Kupfermünzen bilden im Vergleich zu welchen aus Bronze oder Messing nur sehr selten eine stabile und widerstandsfähige Patina. Auch hier nicht. Kannst sie selbst mit einer Messingbürste abbürsten. Eventuell kann man sie dann noch bestimmen. Eine gut erhalten ist sie bestimmt nicht mehr und bei ihr kann man auch nicht viel mehr kaputt machen. Fange mit dem Kaiser Profil an, mit härterem Holz, wie Bambusschaschlickspießen, an. Kannst ordentlich Druck ausüben. Wenn Profil noch halbwegs erhalten ist, dann weiter so, sonst dremeln oder so.
Danke dir :)
 
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